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Freitag, Februar 15, 2019

Freitag, Februar 08, 2019

das alte sofa



Das Sofa hatte schon so manchem Dreh als Requisit gedient. Jetzt war es zu schäbig geworden und ich hatte es mit in meine neue Wohnung genommen. Das sparte wieder einige Hunderter die ich nach der Scheidung gut gebrauchen konnte. Als Kameramann bei Pornofilmen verdient man nicht besonders. Ich war froh dass Marco mir half das schwere Ding zu transportieren. Wir tranken noch ein paar Bier, tauschten Erinnerungen aus. Marco war ein leidlich erfolgreicher Darsteller. Sein Hintern war in Dutzenden Filmen zu sehen gewesen, aber seine Karriere neigte sich dem Ende entgegen. Marco war ein netter Typ, immer positiv und so musste ich ihn auch nicht lange bitten und er posierte für ein letztes Motiv mit dem Sofa. 
Ich denke er wird die Nacht über bleiben.

Freitag, Februar 01, 2019

Dienstag, Januar 29, 2019

Samstag, Februar 25, 2012

Dienstag, Februar 14, 2012

abendstimmung

Let others sing of knights and paladins
In agèd accents, and untimely words;
Paint shadows in imaginary lines
Which well the reach of their high wits records;
But I must sing of thee, and those fair eyes
Authentic shall my verse in time to come,
When yet th’ unborn shall say, “Lo where she lies,
Whose beauty made him speak that else was dumb.”
These are the arks, the trophies I erect,
That fortify thy name against old age;
And these thy sacred virtues must protect
Against the dark and time’s consuming rage.
Though th’ error of my youth they shall discover,
Suffice, they show I lived and was thy lover.                    Samuel Daniel (1562-1619)

Montag, Januar 23, 2012

versuch XVII

Ich bin der reichste Mann der Welt! // Meine silber-
nen Yachten / schwimmen auf allen Meeren. // Gold-
ne Villen glitzern durch meine Wälder in Japan, / in
himmelhohen Alpenseeen spiegeln sich meine Schlös-
ser, / auf tausend Inseln hängen meine purpurnen Gär-
ten. // Ich beachte sie kaum. // An ihren aus Bronze
gewundenen Schlangengittern / geh ich vorbei, / über
meine Diamantgruben / lass ich die Lämmer grasen. //
Die Sonne scheint, / ein Vogel singt, / ich bücke
mich / und pflücke eine kleine Wiesenblume. // Und
plötzlich weiss ich: ich bin der ärmste Bettler! // Ein
Nichts ist meine ganze Herrlichkeit / vor diesem
Thautropfen, / der in der Sonne funkelt.


Arno Holz (1863-1929)

Freitag, Januar 21, 2011

der besucher

electre city

Cité adverse
Perverse cité

Tes six pères verts
perversité

hurlent à la mort
hurlent à leur mère
l´adversité.

Jacques Prévert

Montag, Januar 10, 2011

Samstag, Januar 08, 2011

Mittwoch, Juni 30, 2010

was vor dem bett herumliegt

immer größere Hitze, sofort raus aus den Klamotten und im Slip durch die Wohnung. Viel Wasser. Es ist einfach herrlich!
Gestern Sitzung bis Mitternacht in der Weißenburg. Endlich sind die alle Lieder für das Programm bestimmt und in eine Reihenfolge gebracht. Dass man dazu so viele Stunden braucht, ist schon erstaunlich. Immerhin kamen uns dabei auch Ideen für die Übergänge und erforderliche Requisiten. Angebot ein weiteres Konzert im Mai zu machen - während der Chortage hier in Stuttgart. Hörte sich gut an und wir werden bei den beiden November-Konzerten sicherlich ausverkauft sein. Auch lange über Texte diskutiert - keine einheitliche Meinung wie derb es denn sein darf. Aber ich glaube dass die Zeiten des Provozierens schon lange vorüber sind. Das Doppeldeutige ist sowieso viel interessanter.


afterwork pleasure

Sonntag, Juni 27, 2010

der akrobat


In der abendlichen Sonne
sitzen wir gebeugten Rückens
auf den Bänken in dem Grünen.
Unsere Arme hängen nieder,
unsere Augen blinzeln traurig.
Und die Menschen gehn in Kleidern
schwankend auf dem Kies spazieren
unter diesem großen Himmel,
der von Hügeln in der Ferne
sich zu fernen Hügeln breitet.

Franz Kafka (1883-1924)

Freitag, Juni 18, 2010

pose 79

Dies ist das letzte Gedicht

das ich
dir schreiben werde. Nichts ist, wie
du es erwartest: eine Reihe
aus Bildern ohne Bilder, in denen
die Wände nur weiß sind und nichts
zeigen außer sich selbst. In den Bildern:
eine Schachtel aus Luft in einer Schachtel
aus Raum in den Bildern. Nichts ist
in der Schachtel in der Schachtel
die nicht aus Fleisch ist wie du
oder ich. Weiße Wände. Außer
der Schachtel, die nur im Gedicht
ist, erwartest du mich ohne Bilder
und Fleisch ohne Schachteln und Luft.

S. Trojan (*1980)

Mittwoch, Mai 05, 2010

Montag, Mai 03, 2010

vorsichtige annäherung

DER PLAN VOM LEBEN

Er steht am Fenster,
schaut über die Lichter der Stadt.
Haucht unterkühlt ans Glas und
faßt sich in den Nacken.
Endlos perlt der Champagner.
Was er nicht ausspricht:
wenn er es doch
nur anders sagen könnte.
Das Telefon klingelt.
Er antwortet und fährt mit dem Finger
die Naht seines Hemdkragens entlang.
Die Welt ist so ursprünglich!
Was er besitzt, ist
ein großer Plan,
mehr nicht.

Jürg Halter (*1980)

black and flesh

Donnerstag, Januar 07, 2010