Die Episode ist schon etliche Jahre her, aber sie prägte mein späteres Leben und ist noch immer eine meiner schönsten Erinnerungen.
Seb, David und ich studierten damals noch an der Hochschule für Architektur in X und waren auch oft außerhalb der Vorlesungen zusammen, spielten Badminton, gingen ins Kino oder hingen am Wochenende in einer der vielen Kneipen der Stadt ab. Bei einem dieser langen Abende wurde die Idee geboren zusammen für eine Woche nach Italien zu fahren. Der Sommer war grauenhaft und wir sehnten uns alle nach Strand und Meer. Meist werden solche Ideen einer Kneipennacht ja wieder vergessen, aber Seb buchte schon am nächsten Tag ein Hotel das wir uns leisten konnten.
Wir fuhren mit meinem kleinen Fiat 500, ich war der einzige der ein Auto besaß, eng aber gut gelaunt in den Süden. Der Preis für das Hotel hätte uns stutzig machen sollen, aber wir waren so froh etwas billiges bekommen zu haben, dass keiner von uns weiter darüber nachdachte und so war unser Erstaunen ziemlich groß dass man uns alle in ein Zimmer steckte. Eigentlich waren es nur drei Betten mit Wänden drumherum, kaum Platz sich zu bewegen. Egal, wir verstauten unsere Taschen in einer Ecke und gingen zum Strand der gleich in der Nähe lag.
Herrlich die Sonne zu spüren, mit den Zehen im Sand zu wühlen, das Meer, frisch und einladend. Wir lachten viel, schlugen ins Wasser und spritzten uns nass. Die Haut fühlte sich toll an, leicht salzig und angespannt. Abends gingen wir in ein kleines Restaurant, aßen Pizza und tranken Rotwein.
Ich glaube wir schliefen alle sofort ein als wir nachts wieder in unser enges Zimmer kamen.
Ich erwachte von den Geräuschen die David beim Anziehen machte. Er summte ganz leise ein schmalziges italienisches Lied vor sich hin und dann kam ihm wohl die Idee. Er schlich an Sebs Bett. Ich beobachtete ihn dabei und er warf mir einen verschwörerischen Blick zu und zog im gleichen Augenblick die Decke weg. Und da lag Seb, schön wie ein junger Gott, und ich verliebte mich in dieser Sekunde in ihn, den ich vorher nur als Kumpel betrachtet hatte. David musste es genau wie mir ergangen sein, denn er verharrte in seiner Position, die Decke fest in den Händen und starrte auf Sebs makellosen Körper. Es war ganz still im Zimmer, Seb schlief fest, hatte sich nicht einmal bewegt.
Leise stand ich auf, ging zu David, legte meinen Arm um ihn und gemeinsam staunten wir über dieses neue Gefühl. Wir wagten es beide nicht diesen Moment zu zerstören, aber nach einer Weile sahen wir uns an, setzten uns zusammen an Sebs Bett und begannen ihn ganz sanft zu streicheln. Seine weiche Haut war morgenwarm und ganz entspannt. Allmählich spürte er wohl unsere Hände auf seinem Körper, bewegte sich hin und her und schlug schließlich die Augen auf. Er lächelte uns an und blieb genau so liegen wie vorher und wir fuhren fort ihn zu streicheln. Seine Brust, der flache Bauch, die Scham und endlich sein Glied, das von einer ganz eigenen Schönheit war. Bald hatte er eine Erektion, wie wir auch. Wir legten uns zu ihm und dann begann auch er unsere Körper zu erkunden.
In meiner Erinnerung kommt es mir so vor als wenn wir uns den ganzen Morgen und Vormittag immer nur gestreichelt und geküsst hätten bis wir uns ganz am Ende zum Höhepunkt brachten.
Wir sprachen nie wieder über diesen Morgen. Lachten nicht einmal dümmlich über diesen Moment der Liebe. Die Freundschaft wurde lockerer und endete dann irgendwann als wir unser Studium beendet hatten. Soweit ich weiß bin ich der einzige der auch später nur mit Männern zusammen war. So glücklich und unglücklich wie alle Menschen.

















































