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Freitag, Februar 22, 2019
Montag, April 09, 2012
gedanken am morgen
Friedrich Rückert (1788-1866)
Letzter Schmuck
Ich will, wann ich gestorben werde sein,
Als Blume blühn aus meines Grabes Staube:
Daß, die mich tötet jetzt, mich pflücke fein,
Und Liebe noch einmal mein Leben raube.
Ich will, wann ihre schöne Hand mich pflückt,
Daß sie nicht wisse, wen sie also pflücke;
Daß sie, mit der ich lebend mich geschmückt,
Im Tode doch mit mir einmal sich schmücke.
Letzter Schmuck
Ich will, wann ich gestorben werde sein,
Als Blume blühn aus meines Grabes Staube:
Daß, die mich tötet jetzt, mich pflücke fein,
Und Liebe noch einmal mein Leben raube.
Ich will, wann ihre schöne Hand mich pflückt,
Daß sie nicht wisse, wen sie also pflücke;
Daß sie, mit der ich lebend mich geschmückt,
Im Tode doch mit mir einmal sich schmücke.
licht und schatten
Gestern abend schönes Orgelkonzert in der Auferstehungskirche. Bach, Mendelssohn, Muffat und Widor. Heute alles grau und kalter Regen.
Montag, Januar 23, 2012
gebrauchsschatten
*
da gingen sie
weich im Panzer
ruhig gestellt
an Schläuchen
bleich ins Eis
weich im Panzer
ruhig gestellt
an Schläuchen
bleich ins Eis
*
keine Überraschungen mehr
unter Teebeuteln verschüttet
der abklingende Ton
Reste eines Seidenflakons
rot blinkende Ziffern
unter Teebeuteln verschüttet
der abklingende Ton
Reste eines Seidenflakons
rot blinkende Ziffern
Ivo Sachs (*1974)
Donnerstag, März 10, 2011
Montag, Januar 03, 2011
Freitag, Juni 18, 2010
pose 79
Dies ist das letzte Gedicht
das ich
dir schreiben werde. Nichts ist, wie
du es erwartest: eine Reihe
aus Bildern ohne Bilder, in denen
die Wände nur weiß sind und nichts
zeigen außer sich selbst. In den Bildern:
eine Schachtel aus Luft in einer Schachtel
aus Raum in den Bildern. Nichts ist
in der Schachtel in der Schachtel
die nicht aus Fleisch ist wie du
oder ich. Weiße Wände. Außer
der Schachtel, die nur im Gedicht
ist, erwartest du mich ohne Bilder
und Fleisch ohne Schachteln und Luft.
dir schreiben werde. Nichts ist, wie
du es erwartest: eine Reihe
aus Bildern ohne Bilder, in denen
die Wände nur weiß sind und nichts
zeigen außer sich selbst. In den Bildern:
eine Schachtel aus Luft in einer Schachtel
aus Raum in den Bildern. Nichts ist
in der Schachtel in der Schachtel
die nicht aus Fleisch ist wie du
oder ich. Weiße Wände. Außer
der Schachtel, die nur im Gedicht
ist, erwartest du mich ohne Bilder
und Fleisch ohne Schachteln und Luft.
S. Trojan (*1980)
friday
endlich Wochenende. In strömendem Regen ins Büro, jetzt riss der Himmel auf und es fühlt sich feucht-heiß an. Gleich alle Kleidung vom Leib gerissen. Heute abend Orgelkonzert mit Jon in der Musikhochschule, danach noch etwas trinken. So ist es richtig....
Die Amseln haben wieder alle Töpfe zerwühlt und der Balkon liegt voll feuchter Erdklumpen, gemischt mit herabgefallenen Rosenblüten. Drei Seerosen blühen und das Fass läuft über.
Montag, Mai 10, 2010
Sonntag, Mai 09, 2010
Montag, Mai 03, 2010
bausteine
Das Leben ist
Ein Laub, das grünt und falbt geschwind.
Ein Staub, den leicht vertreibt der Wind.
Ein Schnee, der in dem Nu vergehet.
Ein See, der niemals stille stehet.
Die Blum, so nach der Blüt verfällt.
Der Ruhm, auf kurze Zeit gestellt.
Ein Gras, das leichtlich wird verdrücket.
Ein Glas, das leichter wird zerstücket.
Ein Traum, der mit dem Schlaf aufhört.
Ein Schaum, den Flut und Wind verzehrt.
Ein Heu, das kurze Zeite bleibet.
Die Spreu, so mancher Wind vertreibet.
Ein Kauf, den man am End bereut.
Ein Lauf, der schnaufend schnell erfreut.
Ein Wasserstrom, der pfeilt geschwind.
Die Wasserblas’ , so bald zerrinnt.
Ein Schatten, der uns macht schabab.
Ein Laub, das grünt und falbt geschwind.
Ein Staub, den leicht vertreibt der Wind.
Ein Schnee, der in dem Nu vergehet.
Ein See, der niemals stille stehet.
Die Blum, so nach der Blüt verfällt.
Der Ruhm, auf kurze Zeit gestellt.
Ein Gras, das leichtlich wird verdrücket.
Ein Glas, das leichter wird zerstücket.
Ein Traum, der mit dem Schlaf aufhört.
Ein Schaum, den Flut und Wind verzehrt.
Ein Heu, das kurze Zeite bleibet.Die Spreu, so mancher Wind vertreibet.
Ein Kauf, den man am End bereut.
Ein Lauf, der schnaufend schnell erfreut.
Ein Wasserstrom, der pfeilt geschwind.
Die Wasserblas’ , so bald zerrinnt.
Ein Schatten, der uns macht schabab.
Die Matten, so gräbt unser Grab.
Georg Philipp Harsdörffer (1602-1658)
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