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Freitag, März 23, 2012

ich leb - ich sterb


Ich leb, ich sterb: ich brenn und ich ertrinke,
ich dulde Glut und bin doch wie im Eise;
mein Leben übertreibt die harte Weise
und die verwöhnende und mischt das Linke

Mir mit dem Rechten, Tränen und Gelächter
Ganz im Vergnügen find ich Stellen Leides,
was ich besitz, geht hin und wird doch echter:
ich dörr in einem, und ich grüne, beides.

So nimmt der Gott mich her und hin. Und wenn
ich manchmal mein′, nun wird der Schmerz am größten,
fühl ich mich plötzlich ganz gestillt und leicht.
 
Und glaub ich dann, ein Dasein sei erreicht,
reißt es mich nieder aus dem schon Erlösten
in eine Trübsal, die ich wiederkenn.







Louise Labé (1524-1566)

Mittwoch, Januar 19, 2011

Freitag, Mai 21, 2010

verborgenes

Faunskopf

Im Laub, dem grünen Schatzwerk, golddurchwirkt,
Im ungewissen Laub, voll Blüten hängend,
Wo sich im reichen Glanz der Kuss verbirgt,
Blickt, die erles´ne Stickerei zersprengend.

Ein Faun bestürzt aus seinen Augen drein
Und beißt mit weißen Zähnen in das Blühen.
Gebräunt und blutvoll, grad wie alter Wein,
Sind seine Lippen, die vor Lachen sprühen.

Und wenn er - wie ein Eichhörnchen - entflieht,
Spielt noch sein Lachen bebend auf den Zweigen,
Ruft aufgebracht ein Gimpel. - und man sieht
Den goldnen Kuss des Walds in neuen Schweigen.

Arthur Rimbaud

Samstag, Februar 27, 2010

Montag, Februar 15, 2010

Sonntag, Februar 07, 2010

Freitag, Januar 29, 2010

Donnerstag, Dezember 31, 2009