Mittwoch, Februar 13, 2019

Mein bester Freund

Samuel war mein bester Freund, schon seit Kindheitstagen. Jetzt waren wir fast dreißig und lebten unsere eigenen Leben. Ich hatte mich ins Gewühl der Großstadt gestürzt, genoss die Möglichkeiten die sich dort boten, hatte einen hippen Job und einen ziemlichen Verbrauch an Männern. Mein Geschmack war breit gefächert und ich hatte in den letzten Jahren so einiges erlebt. Samuel war in dem Dorf geblieben in dem wir aufgewachsen waren, hatte eine Frau geheiratet, drei Kinder bekommen und verdiente sein Geld als Redakteur einer kleinen Zeitung. Gegensätzlicher hätten wir uns nicht entwickeln können und wenn ich richtig darüber nachdachte, gab es eigentlich nichts was wir gemeinsam hatten.
Fast nichts. Denn ich liebte diesen Mann der von einer unbeschreiblichen Unschuld war. Diese Unschuld verzauberte mich, seine Natürlichkeit, wenn er nackt vor mir unter der Gartendusche stand, nur konzentriert auf den Akt des Waschens. Niemals hatte es etwas zwischen uns gegeben und niemals hatte ich ihm von meinem Leben in der Stadt erzählt. Ich glaube er wäre entsetzt gewesen, hätte mich ungläubig angestarrt und er hätte sich von mir zurückgezogen. So blieb ich ein Besucher der von alten Zeiten redete, mit ihm die Fußballspiele im Fernseher verfolgte, mit den Kindern im Garten tobte oder seiner Frau von neuen Kinofilmen berichtete. Jedes Mal gab es nur kurze Augenblicke in denen wir allein waren und noch seltener Momente wie diesen. Die Sonne auf seinem Körper; sein Gesicht, das schöne dunkle Haar, der traumhafte Schwanz und der knackige Hintern. Ich wäre so gerne das Wasser gewesen das all diese Stellen berührte. 
Ich begann zu weinen.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich liebe Deine Geschichten. Kenne Dein Blog schon so lange und finde immer wieder schön, was Du schreibst.
Liebe Grüße aus Dortmund

balcon6 hat gesagt…

Dankeschön! Ich schreibe wie es mir in den Sinn kommt, darf nur nicht zu lang sein, denn die Bilder spielen die Hauptrolle.

LG nach Dortmund