Der Februarsonne schien in mein Zimmer und wärmte mich. Es fühlte sich fast wie eine Umarmung an. Aber es war seine Umarmung die mir fehlte. Ich berührte mich, wie er mich immer berührt hatte, und versuchte mir dabei vorzustellen es sei seine Hand.
Wir hatten uns vor drei Jahren beim Training kennengelernt. Er hatte sein Handtuch vergessen und ich hatte ihm eins von meinen gegeben. So einfach kann es beginnen.... Wir hatten geredet und gelacht, waren essen gegangen und er hatte mich zu sich eingeladen. Dort hatten wir uns geküsst und das erste Mal miteinander geschlafen. Ich war unerfahren und er zeigte mir alles was ich wissen musste. Manchmal behandelte er mich wie seinen Sohn, was bei unserem Altersunterschied vielleicht verständlich war. Mich störte es nicht. Nach ein paar Monaten zog ich bei ihm ein. Wir teilten uns das große Bett, ich machte morgens den Kaffee und am Wochenende gingen wir gemeinsam durch die Stadt oder den Park, aber ich hätte es kommen sehen müssen. Wie oft hatte ich seine Blicke gesehen wenn im Park junge Männer an uns vorüber joggten. Manche lächelten ihm zu. Ich dachte mir nichts dabei, er war ja mein Mann.
Nach unserem ersten gemeinsamen Jahr schlug er vor unser Sexleben aufzupeppen und es mal mit nem Dreier zu versuchen. Das war das letzte was ich wollte, aber wie konnte ich ihm etwas abschlagen? Er tat doch alles für mich. Beim ersten Mal bekam ich keinen hoch. Der Typ war zu jung, zu vulgär, zu ... ach, ich weiß auch nicht. John lachte mich aus und fickte den Jungen vor meinen Augen. Warum bin ich damals nicht fortgegangen? Ich konnte es nicht. Ich liebte ihn.
Es kamen noch viele andere und er entwickelte eine Vorliebe dafür mich von anderen Männern erniedrigen zu lassen. Meist war er dann am nächsten Morgen besonders liebevoll und überhäufte mich mit Geschenken.
Ich hätte spüren müssen dass er mich eines Tages wegwerfen würde und das hatte er getan. Ich wurde wahrscheinlich zu langweilig für ihn. Die ersten Tage ohne ihn waren wie ein kalter Entzug. Ich ließ mich krankschreiben, heulte den ganzen Tag, lauschte auf das Telefon das nicht klingelte und rief dann sogar seine Liebhaber an. Nichts.
Ich bin jetzt in der Phase der totalen Leere. Keine Ahnung wie lange das dauern wird. Ich lebe von Tag zu Tag.

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